Die ersten Wochen meiner Ausbildung

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Vom Beruf des Buchhändlers hatte ich immer die Vorstellung, dass man im Laden steht, Bücher verräumt, an Kunden empfiehlt und ab und zu auch Ware bestellt. Diese Idee ist aber direkt bei meinem Vorstellungsgespräch verblasst. Hier war von abwechslungsreichen Tagesabläufen und verschiedenen Abteilungen die Rede; hört sich noch besser an als meine vorherige Einschätzung
des Berufes.

Nun mache ich schon vier Wochen meine Ausbildung bei den Schweitzer Fachinformationen in Karlsruhe und ich muss sagen, dass es mir sehr gefällt. Diesen einen Monat war ich unter anderem in der Logistik. Hört sich erstmal sehr öde an, warum soll eine Buchhandlung auch eine große Logistikabteilung haben?
Es gibt dort aber sehr viel zu tun: Morgens beginnt man mit der Warenannahme und dem Wareneingang. Das bedeutet, dass man Post und Pakete annimmt, in das System einbucht und schaut ob alles mit der Bestellung stimmt (Menge, das Buch/die Zeitschrift an sich usw.) Danach wird diese Ware entweder ins Abholfach oder in die Ladenregale einsortiert oder an Kunden weiter verschickt. Es kann aber auch sein, dass wir die Ware nicht in den Laden räumen oder verschicken, sondern dass unsere internen Boten diese an die Kunden direkt liefern. Hierfür haben wir sogenannte Botenfächer. Für viele Kunden gibt es eines und diese werden dann je nachdem, manchmal täglich oder auch nur wöchentlich beliefert. Was mich erstaunt ist, wie weit wir die Ware ausfahren. Ich habe mich aber hauptsächlich mit den Zeitschriften Abonnements beschäftigt, von denen täglich mehrere Kisten ankommen. Hier kümmert man sich darum, dass die die richtige Ausgabe bzw. das richtige Heft an den passenden Kunden verteilt und verbucht wird. Danach wird jedes Heft mit einem Etikett oder Umlauf beklebt und in die Botenfächer verteilt.

Ein weiteres wichtiges Thema sind im Moment die Schulbücher. Diese kommen in sehr großen Mengen (teilweise mehrere Paletten) an. Diese müssen wir gründlich zählen und an die verschiedenen Schulen verteilen und ausliefern. Um seinen Rücken zu schonen, muss man beim Heben der Kisten übrigens darauf achten, dass man sich richtig bückt und die Kisten richtig anhebt.

Wenn ich mit meinen Aufgaben in der Logistik fertig bin, gehe ich in den Laden vor. Hier kümmere ich mich immer wieder um Kleinigkeiten, durfte aber auch zu Beginn noch sehr viel zuschauen. Auch die ersten Schaufenstergestaltungen habe ich bereits umgesetzt – eine meiner Lieblingsaufgaben bisher. Ich bekomme ein Thema zugeteilt und darf es dann mit verschiedenen Dekoartikeln und Büchern verwirklichen. Bisher habe ich die Themen „Freundschaft“ und „Ende des zweiten Weltkrieges“ behandelt. Diese kreative Aufgabe im Vergleich zu den täglichen Tätigkeiten finde ich wirklich toll. Aber natürlich ist nicht jede Aufgabe so spannend. Trotzdem ist selbst das Abstauben der Regale und Sortieren der Bücher hilfreich. Und zwar um zu sehen, was wir alles für Bücher haben.

Der Kundenkontakt ist für mich einer der besten Aspekte in diesem Beruf. Ich finde es immer wieder interessant zu sehen, was wir so für Bücher verkaufen. Und es freut mich immer wieder, wenn ich bekannte Gesichter durch die Tür laufen sehe. (Leider kenne ich noch nicht so viele Kunden aber es werden jeden Tag mehr.) Mittlerweile kenne ich mich einigermaßen gut mit der Kasse aus und darf auch täglich immer mal wieder Bücher bestellen. Das EDV-Programm ist für mich noch sehr fremd, aber das wird in den nächsten paar Wochen sicher einleuchtender.

Zuerst hatte ich die Befürchtung, dass mir der Beruf vielleicht nicht gefällt, aber diese Angst hat sich jetzt in Luft aufgelöst. Ich mag es einen Beruf zu haben, der so viel mit meinen Hobbies zu tun hat und bei dem ich auch noch so tolle Kollegen/Kolleginnen habe wie hier. Jedoch muss ich sagen, dass das viele Stehen noch ungewohnt ist. Deshalb sind bequeme Schuhe ein Muss. Alles in allem bin ich glücklich darüber, dass ich mich bei Schweitzer Fachinformationen beworben und den Ausbildungsplatz bekommen habe. Ich freue mich jetzt schon auf die ganzen anderen Abteilungen, die ich noch durchlaufen werde. Als nächster Schritt kommen jetzt die Azubi-Einführungstage in Frankfurt, auf die ich sehr gespannt bin.

~ Melanie H. ~

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