Als Fachbuch Azubi am Mediacampus

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Auszubildende aus der Fachbuchbranche gehören (zumindest aktuell noch) eher zu den selteneren Schulanwärtern am Mediacampus in Frankfurt. Das bemerkt man als frische Schülerin des Mittelschulblocks bereits nach der ersten von unzähligen Vorstellungsrunden.  Während wiederholt die Namen der großen Sortimenter aufgezählt werden, erntet man mit der ersten Erwähnung von „Schweitzer Fachinformationen“ oftmals verwirrte Blicke der neuen Mitschülerinnen und Mitschüler und einen wissenden, vielleicht sogar kalkulierenden Augenkontakt mit bestimmten Lehrenden, die sich aus unterschiedlichen Gründen immer besonders freuen, Azubis aus dem Fachbuchhandel im Klassenzimmer sitzen zu haben. Sobald man dann nach der ersten Schulwoche tiefer in die Lernmaterie einsteigt und sich mit den Mitauszubildenden auch nicht mehr nur oberflächlich über den jeweiligen Arbeitsalltag unterhält, wird einem als Fachbuch-Azubine auch deutlich, woher diese Freude der Lehrenden kommt. Wir bringen einfach völlig unterschiedliche Erfahrungen und Ideen mit.

Die Azubis aus dem Fachbuch und die von den Sortimentern haben in der Tat nur wenige gemeinsame Tätigkeiten vorzuzeigen.  Während wir uns täglich mit Fortsetzungen, Abonnements und Datenbanken beschäftigen, wissen die durchschnittlichen Azubis nicht viel mit diesen Themen anzufangen. In der Schule werden besonders in der Mittelstufe Dinge wie Büchertische, Schaufensterdekorationen und ästhetisch ansprechende Aspekte des Buchhandels behandelt, nicht unbedingt Aufgaben, die zu meinen täglichen Verrichtungen bei Schweitzer gehören.

Unser Ladengeschäft in Stuttgart ist ehrlich gesagt sehr überschaubar und dementsprechend hält sich der direkte Kundenkontakt auch meist in Grenzen. Wenn man dann im Rahmen des Unterrichts in Verkaufsgespräche eingebunden wird, lernt man doch tatsächlich den einen oder anderen neuen Trick, meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Sortimentsbuchhandel mögen da anderer Meinung sein, aber ich war für die Lerneinheiten doch empfänglicher als erwartet.

Am Mediacampus herrscht ohne Frage eine Konzentration auf die Aufgabengebiete der herkömmlichen Buchhandlungen, Fächer wie Kinder- und Jugendliteratur, Literaturgeschichte und Branchengrundlagen mit Schwerpunkt Sortiment stehen an der Tagesordnung, aber auch als Fachbuchhandels-Azubi ist es durchaus möglich mit dem eigenen spezielleren Wissen zu punkten.

Besonders in der Oberstufe werden die Themengebiete dann auch fachbuchgerechter. Bei Fächern wie informativer Literatur und Rechnungswesen konnte ich auch mit den Erfahrungen aus meinem eigenen Arbeitsalltag aufwarten.

Die Unterschiede zwischen den Sortiment-Azubis und den Fachbuch-Azubis sind bereits nach wenigen Wochen des Zusammenlebens und der daraus entstehenden Gespräche am Campus deutlich zu sehen. Sortiment-Azubis zeichnen sich durch einen gelasseneren direkteren Umgang mit ihren (Lauf-)Kunden und Kundinnen aus und kennen sich mit der Literaturlandschaft im Allgemeinen bestens aus. Wir dagegen heben uns mit einem tiefergehenden Fachwissen und einer erstaunlichen Selbstständigkeit ab. Sicherlich haben beide Seiten so ihre Vor- und Nachteile, aber nach meinen gesammelten Erfahrungen am Mediacampus kann ich sagen: Ich bin schon ziemlich glücklich mit meiner Ausbildung zur Fachbuchhändlerin.

~ Ayca ~

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