Titel: Milchzähne
Autorin: Helene Bukowski
Preis: 13,00€
Erscheinungsdatum: 15. Februar 2021
Seitenzahl: 222 Seiten
ISBN: 9783746637372
Verlag: Aufbau Taschenbuch Verlag
Klappentext:
Eines Tages steht das Kind plötzlich da, die Haare feuerrot leuchtend inmitten des Kiefernwaldes, und gehört niemandem.
Skalde nimmt es mit zu sich, obwohl sie weiß, dass die anderen, die in der abgelegenen Gegend leben, das nicht dulden werden. Skalde und ihre Mutter Edith gehörten selbst nie richtig zur Gemeinschaft, seit Edith vor mehr als zwei Jahrzehnten plötzlich triefend am Ufer des Flusses stand, von dem die anderen sich erhofft hatten, er würde sie vor der im Chaos versinkenden Welt beschützen. Mutter und Tochter lieben einander auch, weil ihnen nichts übrigbleibt: Gegen die Bedrohung müssen sie zusammenhalten. Vor allem jetzt, da immer klarer wird, dass das Leben des Kindes – und ihr eigenes – in Gefahr ist … Helene Bukowski hat einen atemberaubenden Debütroman von so zeitloser Gültigkeit wie brisanter Aktualität geschrieben, einen Bericht aus einer verrohten Welt, die irgendwo auf uns zu warten droht.

Rezension:
Sich in seinem eigenen Heim unsicher zu fühlen und die Feindseligkeit der Umgebung, in welcher man lebt, immer im Hinterkopf behalten zu müssen, klingt nicht sonderlich fernab der Realität.
Es ist beeindruckend, wie wunderbar zeitlose, soziale Probleme in diesem Roman dargestellt werden. Die einzelnen Punkte werden abstrakt dargestellt, bizarr ausgearbeitet und führen letztendlich zu einem Fazit, der einem nichtsdestotrotz viel Platz zum Nachdenken und Interpretieren gibt.
In Milchzähne schafft es Helene Bukowski, komplexe, soziale Konstrukte der Abschottung, Ausgrenzung und genereller Feindseligkeit auf solch eine bizarre, aber wundervolle Art und Weise darzustellen, dass man am Ende den absoluten „Wow!“-Moment erleben kann.
Durch komplexe Charaktere mit Macken und interessanten Gewohnheiten kreiert sie eine Welt, welche so interessant ist, dass man sich beinahe darin verlieren will und jede Ecke des heruntergekommenen Dorfes erkunden muss, in welchem diese Geschichte spielt.
Wir verfolgen Skalde, die ihrer Abneigung gegenüber ihrer Mutter entgegentreten muss, vielleicht sogar noch eine gewisse Zuneigung zwischen all der Negativität finden kann, bevor sie ein kleines Kind in ihre Obhut nimmt und sich damit eine riesige Zielscheibe auf den Rücken malt, denn; das Dorf hasst Fremde. Der jungen Frau durch ihren Tag zu folgen, die anderen Menschen des Dorfes kennen zu lernen und zu wissen, wie bizarr sie denken, ist wahrlich eine wunderbar verpackte Erzählung davon, wie Angst und Hass eine soziale Gesellschaft beeinflusst.
~ Jonah aus Frankfurt am Main ~
