Als unsere Ausbilderin uns Mitte September das erste Mal darauf angesprochen hat, ob wir nicht beim Buchverkauf der Stuttgarter Buchwochen aushelfen wollten, wusste ich erstmal nicht, was diese Stuttgarter Buchwochen überhaupt waren. Klar Buchwochen beinhaltet, dass es um Bücher gehen musste und das Wort Messe fiel auch im ersten Gespräch, aber wie genau der Ablauf und die Arbeit sein sollte lag für mich noch ganz im Ungewissen. Trotzdem dachte ich mir, warum nicht? und sagte Ja, ich hätte Lust.
Die Buchwochen lagen zu diesem Zeitpunkt noch in relativer Ferne und doch war die Vorfreude schon gestartet. Zweimal fast eine ganze Woche in Stuttgart leben und eine Messe betreuen ist definitiv ein Kontrastprogramm zu unserer „normalen“ täglichen Arbeit im Büro.
Immer wieder trudelten neue Informationen in die Postfächer, wir wurden im Kassensystem geschult und die Zeit verging fast wie im Flug.
Und dann war es so weit. Es war Montagmorgen, der erste Tag des Aufbaus und doch recht ausgeschlafen machte ich mich auf in Richtung Stuttgart. Im Haus der Wirtschaft (dem Veranstaltungsort der Buchwochen, und gleichzeitig auch das Wirtschaftsministerium von Baden-Württemberg) angekommen wurde ich erstmal zum Auspacken und Gestalten der Verlagstische im Kinder- und Jugendbuch eingesetzt, bis unser Chef der nächsten Wochen ankam. Da er aber noch Technisches und Organisatorisches klären musste verbrachten wir dann den ersten Tag mit dem weiteren Gestalten der Verlagstische, bis es abends noch einmal auf ca. 30-minütige Reise ins Jugendgästehaus Leonberg ging.



Auf den Buchwochen entscheiden die Verlage, welche Bücher sie in ihre Präsentationen einbauen wollen, die dann von den fleißigen Helfern aufgebaut werden. Dafür schicken sie zwei Exemplare jedes Buches, eins direkt für den Verlagstisch und eins, das in unserem neuen Verkaufslager landen sollte. Die Besucher der Buchwochen konnten sich dann interessante Werke einfach direkt von den Tischen mit nach Hause nehmen, die wir aus unserem Lager nachräumten und in Folge zum nächsten Tag nachdisponierten. Klingt recht einfach, oder?
Leider war dem nicht so, da dieses Jahr der Buchverkauf das erste Mal stattfinden sollte. Daher waren die nächsten beiden Aufbautage großteils dem Erarbeiten und Aufbauen eines Lagerkonzeptes gewidmet, was uns als Auszubildenden im ersten und zweiten Lehrjahr vor eine willkommene Herausforderung stellte. Doch wir wären ja nicht das Top-Aufbau-Team gewesen, wenn wir das nicht auch gemeistert hätten.
Die letzten Zweitexemplare im Lager verräumt, die Kasse aufgebaut, das Wechselgeld gezählt, und die Tore öffneten sich für die Besucherwelt. Was in den Anfangsstunden noch etwas kläglich voran ging, wuchs an und wir durften zeitweise richtige Besucheranstürme erleben.
Zwischen Schülerlesungen, Autorenveranstaltungen, der Lagerverwaltung und mal mehr, mal weniger starker Annahme des Buchverkaufs waren wir immer gut beschäftigt.



Wir hatten auch Zeit, die Umgebung ein bisschen zu erkunden. Vor allem natürlich die Restaurants rund ums Haus der Wirtschaft, aber auch andere Teile der Stadt konnten wir in unseren freien Stunden entdecken. Den ersten Schnee des Winters auf der Uhlandshöhe mit Aussicht auf das weihnachtlich beleuchtete Stuttgart zu erleben war eins meiner persönlichen Highlights.

Der Ausblick von der Uhlandhöhe mit Schnee ❄️
Als weiteres persönliches Highlight durfte ich an meinem letzten Tag die Autorenlesung und den Büchertisch von Andreas Suchanek betreuen. Er las aus dem ersten Band seiner Reihe „Flüsterwald – Das Abenteuer beginnt“ ISBN: 978-3-7641-5175-1 vor, welches ich allen, besonders aber Kindern ab 9 Jahren, empfehlen kann.

Es waren (in meinem Fall zwei) wahrhaft anstrengende Wochen, die mir aber so viel mitgeben konnten, nicht nur für meine Ausbildung, sondern auch für mein restliches Leben. Es gab Möglichkeiten über sich selbst hinauszuwachsen, eigene Konzepte zu erarbeiten und die aktuelle und besonders die Baden-Württembergische Verlagswelt hautnah zu erleben.

Mit anderen Warenwirtschaftssystemen zu arbeiten, schult unser Verständnis der Branche und Materie, wir bekamen die Möglichkeit uns mit vielen anderen Buchmenschen zu vernetzen und konnten schon in unserer Ausbildung eine (wenn auch kleinere) Buchmesse hinter den Kulissen kennenlernen.
Ich bin dankbar mich auf dieses Abenteuer eingelassen zu haben und hoffe wir dürfen auf den Stuttgarter Buchwochen 2025 auch wieder Schweitzer Präsenz zeigen.
~ Mona aus Frankfurt ~