In einer Art Azubi-Austauschprogramm zwischen dem Bremer Standort und der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen hatten Lotta und ich die Gelegenheit, ein 5-tägiges Praktikum in der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen zu machen. Es besteht schon einige Jahre und ist quasi schon Tradition – für uns Azubis ein spannender kleiner Exkurs. Letzten Monat hatten wir bereits zwei Auszubildende im Bereich Fachangestellte für Medien und Informationsdienste bei uns als Praktikant*innen zu Gast. Jetzt waren wir also dran und konnten so die Arbeitsweise der SuUB als Kunden mal „von der anderen Seite“ lernen und auch über Bibliotheken als Kundschaft im Allgemeinen etwas mitnehmen.
1. Tag – Einführung, Rundgang und Fernleihe
Unser Praktikum begann mit einer freundlichen Begrüßung und einem Einführungsgespräch. So gab es schon mal einen ersten Einblick in die täglichen Aufgaben der Abteilungen, die wir schon bald kennenlernen würden, allgemeines zu den einzelnen Teilbibliotheken und wie die Fachbereiche ihren Bestand managen etc.

In der Fernleihe haben wir die Grundlagen zu Fernleihe kennengelernt. Wir durften Leihaufträge und Bestellungen bearbeiten und haben im Magazin nach bestellten Titeln für Nutzende anderer Bibliotheken gesucht. Das Magazin hat wirklich Eindruck bei mir hinterlassen. Als Nutzende hätte ich mir gar nicht vorstellen können, wie viele Bücher, Zeitschriften und Zeitungen zum Teil unter dem Gebäude und im Anbau, dem Magazinturm untergebracht werden.
Fun Fact an der Stelle: Wenn man alle Printexemplare im Bestand der Bibliothek aneinanderreihen würde, ergäbe das eine Strecke von ca. 110km. Das ist ungefähr so viel wie die Strecke von Bremen nach Hannover mit dem Auto!
2. Tag – Die Zeitschriftenstelle (und der Lebenskreislauf einer Zeitschrift)
Der 2. Tag stand komplett unter dem Thema Zeitschrift. Nach einer Einführung in den durchschnittlichen „Lebenszyklus“ einer Zeitschrift in der Bibliothek haben wir in der Zeitschriftenerwerbung hospitiert. Hier wurde uns erklärt, wie die Erwerbung abläuft, wonach entschieden wird, was eingekauft wird, und wie die Hefte dann inventarisiert werden. In die hauseigene Buchbinderei durften wir auch kurz einen Blick werfen und ein paar Buchbindeaufträge für die externen Buchbinder anlegen. Auch den Zeitschriftenlesesaal konnten wir noch mal genauer in Augenschein nehmen. Als kleines Highlight zum Abschluss durften wir uns Mikrofilme an den Mikroscannern ansehen und in darauf gespeicherten alten Zeitungen stöbern.

3. Tag – Erwerbung Print, Online und Katalogisierung
Der Besuch in der Erwerbung war besonders interessant, weil sowohl Lotta als auch ich schon einige Bestellungen für die SuUB bearbeitet haben. Es war spannend, mal aus der Sicht der bestellenden Teams zu hören, worauf sie achten, was ihnen bei der Zusammenarbeit mit Schweitzer besonders positiv auffällt und wo die Gründe für gewisse Besonderheiten liegen, die wir bei ihren Bestellungen beachten. Hier hat sich mir auch noch mal vor Augen geführt, dass Feedback und gute Kommunikation zwischen uns als Dienstleister oder Lieferant und unseren Kunden wirklich essenziell sind.
4. Tag – Leihstelle
An Tag 4 ging es für uns hinter den Servicetresen der Leihstelle. Hier haben wir gelernt, wie die Ausleihe, das Mahnverfahren, Rückgabe oder Verlängerung von Medien funktionieren und was man mit einem Bibliotheksausweis noch so nutzen kann, z. B. Lernräume. Da ich persönlich selbst auch gerne mal in die Bibliothek gehe (wenn auch nicht die Unibibliothek, sondern die Stadtbibliothek), fand ich es auch ganz cool, diese alltäglichen Vorgänge mal von einer anderen Seite aus mitzubekommen.
5. Tag – Buchaufstellung, zentrale Information
Am letzten Tag fing es für uns in der Buchaufstellung an und schloss dadurch für uns einmal den Kreislauf, den ein Bibliotheksbuch durchläuft. Hier wurde uns gezeigt, wie die Regale sortiert sind und wie die Signaturen sich zusammensetzen – und natürlich wie die Bücher dann wieder an den richtigen Platz kommen. Falsch einsortierte Bücher werden in einer so großen Bibliothek manchmal schlecht wiedergefunden oder werden für verloren gehalten, bis sie dann doch woanders wieder auftauchen 😅
Die zentrale Information hat Ihren Tresen direkt neben der Ausleihe und beantwortet täglich alle möglichen Fragen zur Benutzung der Bibliothek, des Katalogs und mehr. Außerdem planen sie Schulungen und geben Führungen durch die Bibliothek. Jede von uns hat eine von den Tablet-gestützten selbstständigen Führungen durch das Haus gemacht und konnte so noch mal für sich selbst sehen, wie viel Information aus den letzten Tagen hängen geblieben ist.

Zu guter Letzt hat der Fachreferent, der auch die Praktika betreut, uns einen Einblick in seine Tätigkeiten als Fachreferent gegeben. Auch hier war es als Fachbuchhandels-Azubi ganz spannend, zu erfahren, wonach bestimmte Fachbereiche einkaufen und was sie dabei alles berücksichtigen müssen. Nach unserem Feedbackgespräch war diese spannende Woche dann schließlich zu Ende.
Fazit
Der Einblick in die verschiedenen Arbeitsbereiche der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen hat mir wirklich sehr gefallen und auch geholfen, Bibliothekskunden und ihre Bedürfnisse besser zu verstehen. Deshalb war diese Praktikumswoche im Hinblick auf die Ausbildung wirklich nützlich. Auch davon mal abgesehen hat mir das Praktikum viel Spaß gemacht und die SuUB-Mitarbeitenden haben uns super aufgenommen! Es hat mich sehr gefreut, dass wir die Möglichkeit hatten, dort zu hospitieren, und kann es allen, die an ihrem Standort auch die Möglichkeit haben, empfehlen.
~ Jacqueline aus Bremen ~