Bei Eis und Glätte ging es morgens gefühlte 1000 Stufen den Berg hinunter. Dann eine kurze Strecke mit der S-Bahn. Einmal von der Haltestelle bis zum Haus der Wirtschaft gelaufen und mit einem sehr coolen, aber auch etwas gruseligen (da oben offen) Glasaufzug in den 2. Stock. Und schon sind wir am Schauplatz meines Berichts angekommen.
Vom 13.11. bis zum 30.11.2025 fanden in Stuttgart die 75. Stuttgarter Buchwochen statt. Mit dabei zahlreiche Schweitzer Azubis.

Doch was sind die Stuttgarter Buchwochen überhaupt?
Sie werden einmal im Jahr vom Börsenverein Baden-Württemberg veranstaltet und sollen den kulturellen Austausch fördern. Gleichzeitig haben Verlage die Möglichkeit Schwerpunkte und Highlights ihres Programms einem breiten Publikum zu präsentieren. Ebenfalls bilden die Buchwochen einen guten Rahmen für jede Menge Veranstaltungen rund um das Thema Buch und Leseförderung sowie zahlreiche Lesungen.
Das Team setzte sich aus vielen unterschiedlichen Menschen zusammen. Zum einen haben einige Mitarbeiter des Börsenvereins selbst mitgeholfen, oder haben zusätzlich Leute aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis animiert. Unterstützend haben sich auch sehr viele meiner Mit-Azubis bereit erklärt die Stuttgarter Buchwochen mitzugestalten. Dadurch herrschte stets eine sehr nette und familiäre Stimmung zwischen allen Kolleg*innen, obwohl man die meisten gerade erst kennengelernt hatte und auch nur recht kurz mit ihnen zusammenarbeitete.
Nach meiner überraschend pünktlichen Ankunft mit der Deutschen Bahn ging es direkt los. Zunächst wurde das Sortierungssystem des Lagers erklärt und wir haben uns einen Überblick über die Standorte der Verlage und Bereiche geschaffen. Dabei war es gar nicht so einfach sich zu merken, wo denn nun welches Buch steht. Und wie so oft, wenn ich inmitten von Belletristik und Sachbüchern stehe, merke ich, wie sehr meine Ausbildung zur Fachbuchhändlerin sich von alledem unterscheidet. Zwar lese ich in meiner Freizeit auch belletristische Bücher, doch da mein Arbeitsalltag von juristischer Fachliteratur und Zeitschriften geprägt ist, fehlt häufig der Bezug zu vielen aktuellen Themen in der Buchbranche. Trotzdem konnte ich mich mit vielen Besuchern über bereits gelesene oder neu entdeckte Bücher unterhalten.

Zu meinen Aufgaben gehörte der Wareneingang, der morgens als Allererstes durchgeführt wurde. Die neu gelieferten Bücher mussten selbstverständlich auch verräumt werden. Entweder in das Lager oder direkt in die Regale der Aussteller. Recht bald ging dann auch immer der Trubel los und die ersten Besucher kamen. Eintrittskarten wurden verkauft und Fragen beantwortet. Verkaufte Bücher wurden neu bestellt oder aus dem Lager geholt, um die Regale neu zu bestücken.
Zum Glück fiel es mir nach 2-3 Tagen leichter mich im Lager und der Ausstellung zurechtzufinden. Und die Fragen der Besucher konnte ich ebenfalls eigenständig beantworten.
Unter der Woche fanden vormittags stets Besuche von Schulklassen statt. Selbstverständlich mit einer Rallye. Nachdem meine Kolleginnen und ich den Kindern bei vielen Fragen geholfen haben, hat uns der Enthusiasmus gepackt und wir haben uns selbst einen Fragebogen geschnappt und ausgefüllt. Wir haben sogar ein Buch gewonnen. 😉
Mir hat die Mitarbeit bei den Buchwochen unfassbar viel Spaß gemacht. Ich werde mich noch sehr lange an 5 wunderschöne Tage mit tollen Kolleg*innen zurückerinnern. Aber auch für meine Ausbildung ist diese Gelegenheit, mehr Kontakt zu Publikumsverlagen, Imprints und aktuellen Büchern zu bekommen, sehr hilfreich.
~ Hannah aus Frankfurt ~