Titel: Nachts ist es leise in Teheran
Autor: Shida Bazyar
Preis: 13,00 €
Erscheinungsdatum: 07. September 2017
Seitenzahl: 288 S.
ISBN: 978-3-462-05057-8
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Klappentext
Vier Familienmitglieder, vier Jahrzehnte, vier unvergessliche Stimmen.
Aufwühlend und anrührend erzählt Shida Bazyar die Geschichte einer iranisch-deutschen Familie, die ihren Anfang 1979 in Teheran nimmt und den Bogen spannt bis in die deutsche Gegenwart.
Von Behsad, dem jungen linken Revolutionär, der in der mutigen, literaturbesessenen Nahid die Liebe seines Lebens findet. Von ihrer Flucht nach der Machtübernahme der Mullahs. Und von ihren Kindern, Laleh, Mo und Tara, die in Deutschland aufwachsen und zwischen den Welten zu Hause sind.
Rezension
Nachts ist es leise in Teheran gehört zu den Büchern, die ich immer wieder zur Hand nehme und die mich immer wieder aufs Neue berühren. Es begleitet mich nun schon seit Jahren und mit jedem weiteren Mal, das ich dieses Buch lese, kommen mehr Notizen, Knicke und Markierungen hinzu.
Shida Bazyar erzählt leise und eindringlich zugleich. Ihre Sprache ist poetisch und zart, aber verliert dennoch nicht an politischer Kraft und ist mitreißend.

Die Themen Flucht, Identität, Exil und Widerstand werden sensibel und gleichzeitig eindringlich wiedergegeben und das aus unterschiedlichen Perspektiven und Generationen, die auf mehrere Weisen miteinander verbunden sind. Durch die verschiedenen Stimmen der Figuren gewinnt das Buch noch mehr an Wirkung, es macht die Geschichte lebendig und emotional greifbarer.
Dieser Roman verliert nicht an Relevanz und ist auch heute noch erschreckend aktuell. Shida Bazyar ist mit diesem Debüt für mich eine immens wichtige postmigrantische Stimme in der deutschsprachigen Literatur. Sie zwingt einen mit ihrer traurigen, aber dennoch so schönen Schreibweise zum Nachdenken.
Dieses Buch ist eins das lange nachhallt und das ich sicherlich nicht zum letzten Mal gelesen habe.
~ Arlo aus Bremen ~
