Buchtipp: Der Puppenwald

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Titel: Der Puppenwald

Autor: Saskia Calden

Preis: 11,99 €

Erscheinungsdatum: 13. Februar 2024

Seitenzahl: 383 S.

ISBN: 978-2-49671-480-7

Verlag: Edition M

Klappentext:

Der Tod ist kein Puppenspiel – ein abgründiger Psychothriller von Bestsellerautorin Saskia Calden.

»Sobald deine Puppe alles aufgegessen hat, darfst du mit ihr machen, was du willst, mein Liebling.«

Ein Ausflug in die Stadt wird der 16-jährigen Jessica zum Verhängnis. Ein Mann verschleppt sie in sein abgelegenes Haus im Wald, um seiner Tochter den sehnlichsten Wunsch zu erfüllen: eine lebende Puppe. Wie ein Spielzeug behandelt das kleine Mädchen sie – kindlich und grausam zugleich. Weigert sich Jessica, das zu tun, was das Mädchen verlangt, wird sie von dessen Vater bestraft. Seine wahren Absichten durchschaut sie nicht, bis er sie in seinen Keller bringt.

Kommissarin Evelyn Holm, die den Fall übernimmt, ahnt, dass hinter der Entführung weit mehr steckt, als ihre Kollegen vermuten. Sie beginnt zu ermitteln und stößt auf eine Spur, die zu einer folgenschweren Gewissheit führt.

Rezension:

Bei Saskia Caldens Roman „Der Puppenwald“ handelt es sich um den ersten Band einer Thriller-Trilogie. In diesem Fall begleiten wir die Ermittlerin Evelyn Holm bei einer nervenaufreibenden Katz und Maus Jagd, um einen Entführer, der nicht gefunden werden will.

Die Geschichte wird uns in zwei Erzählsträngen erzählt: einen, in dem wir die Ermittlungen hautnah mitverfolgen und einen weiteren, in dem uns Jessica eindrucksvoll und voller Emotionen an den Ort mitnimmt, an dem sie so lange gefangen gehalten wird. Interessant dabei ist, dass die beiden Erzählstränge nicht chronologisch nebeneinander herlaufen, sondern wir Jessicas Leidensgeschichte in einem fortlaufenden Rückblick wiedergegeben bekommen. In ihrer bedrückend, angstgetriebenen Sicht fiebern wir mit, wie sie wiederholt vergeblich versucht aus den Fängen ihres Entführers zu fliehen und spüren förmlich wie schwer es ist, sich und seinen Werten dabei treu zu bleiben. Calden spannt dabei gekonnt den Bogen zwischen Mut und Gehorsam um des Überlebens willen und wie dieser innere Zwiespalt stetig ins Wanken gerät. Jessica versucht mit aller Kraft sich nicht brechen zu lassen, doch stößt dabei immer wieder an ihre Grenzen. Aus Todesangst fügt sie sich den unmenschlichen Forderungen ihres Entführers und den absurden Wünschen des kleinen Mädchens, Clara, zu deren lebendigen Puppe sie werden soll – bis sie eine Chance wittert…

Dieses Buch hat mir im wahrsten Sinne des Wortes meinen Schlaf geraubt – nicht, weil es zu gruselig war, um zu schlafen, sondern, weil ich kein Auge zu tun wollte; es war einfach zu spannend. Was dieses Buch für mich so besonders macht, ist, dass Saskia Calden es schafft, den Lesenden ab Seite 1 abzuholen und nicht mehr aussteigen zu lassen. Die bildgewaltige und düstere Sprache, die sie dabei verwendet, die Perspektivwechsel zwischen Kommissarin Holm und der geschundenen Jessica, die sie nutzt und die tiefen und ehrlichen Einblicke in deren Innenleben, die sie uns durch die Wahl der Ich-Perspektive zum Besten gibt, geben der Geschichte diesen herrlich abschreckend-abstoßenden und zugleich faszinierenden Charakter.

Doch nicht nur die Figuren sorgen für die beklemmende Atmosphäre des Romans. Der düstere Schwarzwald, der hier als Schauplatz rundum den Ort der Verschleppung dient, verstärkt diesen Eindruck: seine vom vielen Schnee verborgenen Pfade, die Eiseskälte sowie die allgegenwärtige Einsamkeit bilden die perfekte Kulisse für diesen verstörenden Thriller.

Während man versucht die Puzzleteile der Geschichte zusammenzusetzen, sorgt Saskia Calden dafür, dass sich die vermeintliche Gewissheit als geschickte Finte entpuppt. Immer wenn ich dachte: „Jetzt habe ich die Geschichte durchschaut!“, wurde ich erneut eines Besseren belehrt. Die vielen falschen Fährten werden gegen Ende durch einige Plot-Twists und schließlich einen schockierenden Page-Turner aufgelöst und stellen damit die gesamte Story auf den Kopf. Wer einen guten Psychothriller mit wirklich viel „psycho“ schätzt, sollte sich „Der Puppenwald“ nicht entgehen lassen. Doch Vorsicht: Sobald man den ersten Schritt in diesen finsteren Wald setzt, gibt es kaum noch einen Weg zurück.

~ Laura aus Frankfurt ~

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