Standortaustausch – zwei Wochen in Dortmund

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Was passiert, wenn ein Rheinländer, der seine Ausbildung im Ländle absolviert, für zwei Wochen im Ruhrpott hospitiert? Eine Menge Spaß und viele Möglichkeiten zum Lernen.

Das von mir eingerichtete Sommerschaufenster. Mit freundlicher Unterstützung der Kollegschaft.

Umdenken auf Allgemeinsortiment

In der ersten Woche konnte ich in Ruhe das Ladengeschäft kennenlernen. Die vordere Hälfte ist für das Allgemeinsortiment samt Nonbook-Artikeln, die hintere Hälfte für die Fachinformationen. Vorm Laden gibt es noch Postkarten und das moderne Antiquariat. Im Allgemeinsortiment gibt es zwei Regale für Romane Allgemein, eins für Sachbuch, zwei für Kinder- und Jugendbuch und zwei Regale für Krimis. Dazu gibt es zwei Wände, mit denen wir die Spiegel Bestseller Belletristik und Sachbuch in Hardcover und Softcover bewerben. Ziemlich ungewohnt, in Stuttgart gibt es ausschließlich Fachinformationen. Ich finde es super, das Gelernte aus Schule und Branchenmagazinen mal auf das Allgemeinsortiment anzuwenden.

Das Schaufenster: Blutrünstiger Sommermord

Ein Großteil der Laufkundschaft kommt für die Krimis. Daher war es äußerst wichtig eine große Ecke für Krimis einzurichten. Mit dabei sind Titel wie Der Totenarzt von Chris Carter oder auch sanftere Titel wie Trattoria Mortale – Der tote Bischof von Luca Fontanella. Neben den Krimis gibt es noch allgemein Romane, Kinder- und Jugendbuch und ein zwei Sachbücher. Die meisten Titel im Schaufenster haben ein sommerliches Cover und werden mit Deko wie Muscheln, Sand und Strohhüten untermalt. Im Schaufenster konnte ich mich so richtig austoben. Eine schöne Abwechslung, der Laden in Stuttgart hat kein Schaufenster.

Kalender 2025: Von süßen Kätzchen bis zu Frida Kahlo

Ein Aspekt, der mir besonders gut gefallen hat, sind die frisch eingetrudelten Kalender für 2025. So kriegt man ein Gefühl für die typischen Kalender-Verlage wie Ackermann und Athesia. Bei insgesamt 219 Kalendern ist die Auswahl riesig und zum Glück war der Wareneingang komplett. Wir haben einen Kalenderständer vorm Laden platziert und eine Wand beim Kinder- und Jugendbuch freigemacht für die Kalender. Ich habe im Laden auch extra einen Tisch eingerichtet und bin sehr zufrieden mit meiner Präsentation. Auf dem Tisch konnte ich auch noch Nonbook-Produkte wie Notizbücher von Paperblanks unterbringen. Generell konnte ich während des Austauschs viel Ausprobieren, was Warenpräsentation angeht.

Viele frische Kalender extra präsentiert auf einer Wand im Laden.

Der Kalender-Aktionstisch im Ladengeschäft.

Das Herzstück: Die Kundschaft

Kommen wir zum Main Event, die Kundschaft. Während meiner zwei Wochen gab es alle möglichen Kunden, die man sich vorstellen kann. Viele waren begeistert von den Postkarten vorm Laden und konnten nicht widerstehen. Manche haben einen Schnapper im modernen Antiquariat gefunden. Anwälte waren erfreut über die Auswahl an Fachinformationen. Studenten wussten nicht nur unsere Referendarsliteratur zu schätzen, sondern auch unseren Examenstrolley. Während meiner zwei Wochen wurde fast täglich einer zurückgebracht oder abgeholt. Eltern waren entzückt von unserer großen Auswahl an Kinderbüchern direkt am Eingang. Besonders gefragt: Pixis und Bilderbücher. Wie bereits erwähnt kommt ein Großteil der Kundschaft für die Krimis. Mal soll er harmlos sein, mal kann er gar nicht genug Blut haben, mal wird die Küste gesucht (z.B. Nordsee-Krimis) etc. Ein persönliches Highlight von mir: Eine Kundin suchte nach einem Romance-Titel für eine Freundin zum Geburtstag. Am besten Booktok und englisches Original. Dies ist nicht gerade unsere Stärke, aber ich habe es geschafft den einzigen größtenteils zutreffenden Titel im Laden zu verkaufen, The Ruby Circle – All unsere Geheimnisse von Jana Hoch. So konnte ich auch gleich ein wenig mit dem Geschenkpapier üben. Die Kundin war überzeugt.

Fazit

Ich könnte noch viel schreiben über das Abholfach, die Logistik, das Kassenbuch und vieles mehr. Hier ist denke ich aber der richtige Zeitpunkt zum Abspringen. Ich kann euch einen Standortaustausch während der Ausbildung nur empfehlen. Ich wurde herzlich empfangen und auch herzlich verabschiedet. Diese zwei Wochen werde ich vermissen.

~ Nicolas aus Stuttgart ~

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