Letztes Jahr, genauer gesagt im September 2023, habe ich meine Ausbildung bei Schweitzer angefangen. Das ist jetzt schon ein Jahr her und bedeutet: Das zweite Lehrjahr steht bevor!
Vor dem Schreiben dieses Blogeintrags habe ich eine ganze Weile hin und her überlegt, was ich denn Interessantes aus meinem Arbeitsalltag im Büro erzählen soll, und – ehrlich gesagt – die Inspiration hat auf sich warten lassen. Wir wissen ja zum Glück schon eine ganze Weile im Voraus, dass wir einen Blogeintrag schreiben müssen, und so habe ich mich nach Ermutigung meiner Mit-Azubine Lotta dafür entschieden, über meinen Wechsel vom Laden in den Kundenservice und somit den Büroalltag zu schreiben. Wahrscheinlich erkennen viele das aus ihren Abteilungswechseln wieder.
Inzwischen sitze ich schon ein paar Monate im Kundenservice.
Vor allem zu Anfang meines Wechsels von Laden zu Kundenservice habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, wie anders mein Arbeitsalltag im Büro sein würde. Rückblickend hat sich dann auch wirklich einiges verändert:
Die Arbeitszeit:
Während meiner Zeit im Laden war ich meist während der Hauptöffnungszeiten vor Ort. In unserem Fall war das von 10:00 bis 18:30 Uhr. Je nach Arbeitsplan ab 09:00 Uhr, 9:30 Uhr oder vielleicht auch mal 10:00 Uhr. Je nachdem, wann der Tag anfing, dann entsprechend bis 18:00 Uhr oder 18:30 Uhr.
Im Büro gibt es zwar natürlich auch einen Arbeitsplan, aber es gilt auch Gleitzeit. Dadurch, dass ich mich nicht an den Öffnungszeiten orientiere, kann ich meine Arbeitszeiten etwas flexibler gestalten.

Die Routine
Für mich gingen die frühesten Tage um 09:00 Uhr los, die längsten gingen bis Ladenschluss, also 18:30 Uhr. Ein paar wenige Ausnahmen waren dann beispielsweise mal ein Büchertisch oder eine Abendveranstaltung im Laden. Zu den ersten Aufgaben des Tages gehörte dann meist der Wareneingang der frisch eingetroffenen Bücherwannen.
Im Büro gehören Mails checken und eine Tasse Tee kochen zu den ersten Dingen, die ich mache. Keine Bücherwannen oder Bücherstapel, die hin und her bewegt werden. Das ist eine der Veränderungen, die sich – was das Wachwerden bei mir persönlich angeht – schnell bemerkbar machte: Ich beginne meinen Tag jetzt im Sitzen und sitze allgemein viel mehr als im Laden (Büro eben).
Das Kollegium
Mit der Abteilung wechselt man logischerweise auch das Team, sodass man hier noch mal andere Menschen, Perspektiven und Arbeitsweisen kennenlernt.
Ein für mich zu Beginn ungewohnter Unterschied nach der direkten Zusammenarbeit mit den Kolleginnen im Laden „Kolleginnen und Kollegen“ war der Faktor Home-Office. Die Zusammenarbeit findet öfter über MS Teams statt, sei es, weil Kolleginnen oder Kollegen im Homeoffice arbeiten oder ihr Büro in einer anderen Stadt haben.
Der Kundenkontakt
Zwar telefoniert man im Laden auch und schreibt Mails, aber im Großen und Ganzen ist der Kundenkontakt natürlich viel direkter. Man steht im Laufe des Tages immer wieder verschiedenen Arten von Kundschaft gegenüber. Das ist – so banal das jetzt klingt – für mich noch mal ein anderes Gefühl in der Beratung, wenn man jemandem eben nicht gegenübersitzt, keine Mimik oder Gestik deuten kann etc. Außerdem: Auf E-Mails antwortet man im Idealfall so zeitnah wie möglich – wenn man Kundschaft vor sich hat, die es eilig hat oder unerwartet reagiert, kann man jederzeit eine Kollegin zur Unterstützung bitten. Aber eben nicht mal eben per Telefon oder Mail an eine Kollegin weiterleiten oder gegenchecken lassen, was die anderen antworten würden.

Das Sortiment physisch vor sich haben
Wenn man regelmäßig Ware in den Regalen ein- oder aussortiert, hat man mit der Zeit einen gewissen Überblick, was sich wo im Laden befindet. Wenn sich im Sortiment etwas ändert, bekommt man es direkt mit. Vom Büro aus läuft das dementsprechend auch etwas anders. Wonach die Abteilungen sortiert werden, weiß ich grundsätzlich auch, ohne vor Ort zu sein. Trotzdem bin ich mir ziemlich sicher: Wenn man jemanden Monate später wieder in den Laden stellt, hat sich dann doch das ein oder andere geändert. Beispielsweise können sich Neuerscheinungen, Schaufenster oder Themenbereiche verändert haben, oder vielleicht strukturiert eine Abteilung in der Zeit um.
Auch die Versuchung zu widerstehen, ein Buch oder noch ein Lesezeichen haben zu wollen, war für mich persönlich etwas größer, als ich jeden Tag direkt damit konfrontiert war.
Wenn man vom Büro aus den Laden überblicken möchte, bleiben einem das Bibliografieren oder Nachfragen bei den Kolleginnen vor Ort.
Fazit
Das Ladenteam hat mich herzlich bei sich aufgenommen und auch ebenso herzlich verabschiedet. Im Kundenservice bin ich inzwischen auch richtig gut angekommen. Ich finde es nach wie vor wirklich gut, dass man im Laufe der Ausbildung einmal in alle Abteilungen reinschauen darf, und bin gespannt, was das nächste Ausbildungsjahr so bringt.
~ Jaqueline aus Bremen ~