Titel: Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter
Autor: Christopher Paolini
Preis: 12,00 €
Erscheinungsdatum: April 2004
Seitenzahl: 736 S.
ISBN: 978-3-570-40293-1
Verlag: cbj
Klappentext
Der Auftakt von Christopher Paolinis Weltbestseller „Eragon“ – tauch ein in Alagaësia, die fantastische und faszinierende Welt der Drachenreiter!
Als Eragon auf der Jagd einen blauen Stein findet, ahnt er nicht, dass dieser Fund sein Leben verändern wird. Denn aus dem Stein schlüpft ein Drachenjunges und beschert Eragon ein Vermächtnis, das älter ist als die Welt. Über Nacht wird er in eine schicksalhafte Welt voller Magie und dunkler Mächte geworfen, die regiert wird von einem Herrscher, dessen Grausamkeit keine Grenzen kennt. Mit nichts als einem Schwert bewaffnet, stellt sich Eragon dem Kampf gegen das Böse, an seiner Seite seine treue Gefährtin, der blaue Drache Saphira.
Rezension
Der „Inheritance Cycle“, wie die Bücher im englischen genannt werden, ist vermutlich die Buchreihe, die meine frühe Jugend am stärksten geprägt hat. Die Reihe habe ich zig-Mal gelesen und auch heute fasziniert mich die Welt, die Paolini bereits mit 15 Jahren erschaffen hat, immer wieder.
Im ersten Teil der Reihe werden Eragon und Saphira ins kalte Wasser geworfen, kaum ist die Drachen-Dame geschlüpft und hat sich an ihren Menschen gewöhnt da geraten sie schon ins Visier des finsteren Königs Galbatorix der seine Schergen aussendet, um den ersten Drachenreiter seit vielen Jahrzenten unter seine Kontrolle zu bringen. Mit Hilfe des alten Geschichtenerzählers Brom begeben die beiden sich auf eine fantastische Reise, um den Mord an Eragons Onkel und Ziehvater zu rächen, die sie weit über die Grenzen des Reiches bis in die entferntesten Winkel des Kontinents führt. Doch solange der König und seine Diener hinter ihnen her sind können sie sich nirgends sicher fühlen.
Paolini hat mit Alagaësia einen Kontinent erschaffen, in dem die verschiedensten Fantasy-Völker ein Zuhause finden. Das Worldbuilding ist zugegeben nicht das originellste, allerdings fügt sich alles organisch zu einem stimmigen Gesamtbild. Man muss das Rad ja auch nicht immer neu erfinden! Im ersten Teil lernen wir die Welt erst einmal aus den Augen Eragons kennen. Da dieser sehr zurückgezogen im abgelegenen Palancar Tal aufgewachsen ist funktioniert diese Sichtweise gut, da man als Leser*in gemeinsam mit dem Protagonisten die Welt und ihre Wunder entdecken kann.
Die Story ist eine klassische Heldenreise bei der Eragon und Saphira nach und nach an ihren Herausforderungen wachsen können. Immer wieder müssen sie Konflikte lösen und auch Schicksalsschläge verkraften. Sie lernen neue Verbündete kennen und machen sich mächtige Feinde. Was mir beim ersten Lesen als Jugendlicher gar nicht aufgefallen ist, ist die Unbedarftheit mit der Eragon durch die Welt geht. Durch seine Naivität gerät er in einige brenzlige Situationen, denen er nur knapp entrinnen kann. Aus einer erwachseneren Perspektive bemerkt man deutlich stärker die geistige Entwicklung, die bei Eragon schon ab dem ersten Teil einsetzt und besonders in den Folgenden Büchern nochmal mehr Fahrt aufnimmt. Als Leser*in fühlt man förmlich mit wie das unbedarfte Bauernkind und der frisch geschlüpfte Drache aus ihren Erfahrungen lernen und sowohl individuell aber auch als unzertrennliches Team wachsen. Das Erzähltempo ist dabei eine angenehme Mischung aus turbulenten, spannenden Passagen, bei denen man das Buch gar nicht aus der Hand legen kann und ruhigen Abschnitten in denen man auch mal mit den Charakteren gemeinsam durchatmen kann oder eine kleine Lehrstunde in Sachen Magie bekommt.
Wer Drachen, Schwerter, Magie und Held*innen liebt kommt hier auf seine Kosten. Besonders für Fans von tiefen und ausgeklügelten Magiesystemen bietet die ganze Reihe viel Stoff zum Mitgrübeln. „Das Vermächtnis der Drachenreiter“ ist ein gelungener Einstieg in eine fantastische Buchreihe und von meiner Seite aus eine absolute Empfehlung!
~ Simon aus Stuttgart ~
