Das Septemberhaus

Veröffentlicht von

Titel: Das Septemberhaus

Autor: Carissa Orlando

Preis: 16,99 €

Erscheinungsdatum: März 2025

Seitenzahl: 432

ISBN: 978-3-98676-195-0

Verlag: Festa Verlag

Klappentext

Von den Wänden des Hauses rinnt wieder das Blut. Wieso auch nicht, es ist schließlich September.

Als Margaret und ihr Mann Hal das große viktorianische Haus in der Hawthorn Street kaufen, können sie nicht glauben, dass sie endlich ein eigenes Heim besitzen.
Doch dann offenbart sich der Spuk. Jedes Jahr im September tropft Blut von den Wänden und die Geister früherer Bewohner tauchen auf. Sie fürchten sich vor etwas, das im Keller lauert.
Die meisten Menschen würden fliehen. Doch Margaret ist nicht wie die meisten Menschen. Sie bleibt. Es ist ihr Haus.
Nach vier Jahren, als der September wieder bevorsteht, hält es Hal nicht länger aus und flüchtet . Oder verschwindet?
Je länger Margaret versucht, Hal zu finden, desto schlimmer wird der Spuk, denn es gibt einige Geheimnisse, die das Haus bewahren will .

Rezension

Zur aller Überraschung kommt hier jetzt mal keine Stephen-King-Rezension – ich weiß, ich weiß, ich durchbreche damit vermutlich kurzzeitig meine Buchtipp-Reihe. Aber keine Sorge: Das September Haus beweist eindrucksvoll, dass auch abseits des Meisters des Grauens ganz hervorragend gegruselt werden kann.

Als bekennender Spuk-Fan und passionierte Horror-Leserin gehe ich ja selten ohne eine gewisse Skepsis an neue Titel heran – zu oft hat man schon alles gesehen, gelesen, durchlitten. Doch dieses Buch hat mich eines Besseren belehrt – und das mit einer herrlich schaurigen Selbstverständlichkeit. Tatsächlich habe ich es innerhalb kürzester Zeit regelrecht verschlungen, weil ich es kaum aus der Hand legen konnte.

Schon nach wenigen Seiten war klar: Diese Geschichte weiß genau, was sie tut. Sie spielt gekonnt mit klassischen Haunted-House-Elementen, ohne dabei jemals abgestanden zu wirken. Stattdessen wabert eine konstante, unterschwellige Unruhe durch die Seiten, die sich langsam, aber sicher zu echtem Grusel verdichtet. Kein plumpes „Buh!“, sondern ein zitteriges Frösteln, das sich festsetzt.

Besonders großen Spaß hatte ich allerdings mit der Hauptprotagonistin – und das nicht nur, weil sie mich unglaublich an meine eigene Mutter erinnert hat. Ihre stoische, fast schon trotzig-pragmatische Art im Umgang mit dem Übernatürlichen ist gleichzeitig urkomisch und bewundernswert. Während andere längst schreiend davongelaufen wären, bleibt sie… nun ja, sagen wir: erstaunlich gelassen. Genau dieser Kontrast macht einen großen Teil des Charmes aus.

Der Roman schafft es, Humor und Horror so geschickt zu verweben, dass man sich beim Lesen gleichzeitig amüsiert und ertappt fühlt, wenn man plötzlich doch wieder über die Schulter schaut. Für mich definitiv ein Highlight im Genre – und ein Buch, das zeigt, dass Spukhäuser noch lange nicht aus der Mode sind.

Kurz gesagt: Ich hatte großen Spaß. Und ein kleines bisschen Gänsehaut. Genau so soll es sein.

~ Lotta aus Bremen ~

Kommentar verfassen