Ich hatte das Vergnügen, mich mit Hannah Burkard, meiner Mitazubine aus Frankfurt hinzusetzen und mit ihr über ihre Zeit, sowie Aufgaben im Wahlvorstand zu sprechen. Als Auszubildende solch eine wichtige Aufgabe zu übernehmen und sich solch einer großen Aktion anzuschließen braucht sehr viel Geduld und Willenskraft Und Hannah war so lieb, um mir einige Fragen zu beantworten, um mich das gesamte Thema näher zu bringen.
Frage: Wie bist du denn da rein geraten?
Hannah: In irgendeinem Azubi-Treff hatte ich mal gefragt, wie das denn so ist, weil ich eigentlich vorhatte, dem Betriebsrat selbst beizutreten. Also fiel die Frage, ob Azubis im Betriebsrat denn überhaupt möglich wären. Einige Wochen später wurde auf mich zugekommen und ich wurde gefragt, ob ich bei den Wahlen helfen kann. Ich hatte wirklich keine Ahnung, was auf mich zukommt, habe aber trotzdem zugesagt und gehofft, dass ich es nicht allein machen muss. Das lief also daraus hinaus, dass ich mit drei anderen Kollegen dem Wahlvorstand beigetreten bin. Wir mussten mindestens drei sein, waren aber zum Glück zu viert. Nach den anfänglichen Vorbereitungen in der Betriebsversammlung ist auch noch aufgefallen, dass wir einen Vorsitzenden für den Wahlvorstand brauchen, und wen hat es dann erwischt, wenn auch freiwillig? Mich. Es ist dann schnell eskaliert von „Wenn mir einer sagt, was ich tun soll, dann mach ich das,“ zu „Ich bin Vorsitzende vom Wahlvorstand? Huch?“. Oft habe ich dann auch gehört „Ich wusste gar nicht, dass das ein Azubi darf“- Ja, ich auch nicht!
Frage: Was waren so einige deiner Aufgaben?
Hannah: Eine sehr gute Frage, die hatte ich mir nämlich auch gestellt. Erstmal mussten die organisatorischen Sachen, so wie Materialien, die gebraucht wurden bestellt. Die Bestellungen habe ich gemacht und musste dann auch schauen, dass ich allen Vorschriften einer Wahl folge. Ich habe in drei Tagen ein Handbuch gelesen, wo nochmal alle Gesetzesregelungen drinstanden. Da gab es so Vorschriften wie, dass es offizielle Einladungen mit Tagesordnung für die Treffen gab, wir mussten auch sichergehen, dass wir die Beschlussfähigkeit feststellen, also wie macht man das überhaupt, ich hatte es ja noch nie gemacht! Es musste auch immer ein Protokoll von unseren Treffen geführt und von mindestens zwei Leuten unterschrieben werden und noch vieles mehr. Was mich auch überrascht hat war, wie viele Fristen es gibt, die man einhalten muss. Es gab wirklich sehr viele solcher Aufgaben, mit welchen man sehr genau und penibel sein musste. Ein großes Hin und Her teilweise. E-Mails an den ganzen Standort und die Geschäftsleitung zu schicken war auch ein bisschen nervenaufreibend.
Frage: Was war das schwerste an der ganzen Sache?
Hannah: Das schwerste war, die Wahlordnung auszuhängen, weil die knapp 30 Seiten lang war. Ich stand dann vor unserer weißen Tafel oder wie man sie nennen will und war so: „Gut, also, ich habe die Wahlordnung, die ist schon 30 Seiten lang, dann noch die Wählerliste mit drei Seiten und ich habe irgendwie noch ein Anschreiben“ Das heißt ich hatte ca. 35 Seiten. Eine Idee war es, die Wand neu zu tapezieren, mit so viel Papier hätte es funktioniert, war dann aber doch suboptimal. Im Endeffekt habe ich die Seiten zusammen getackert und mit einer guten Menge Magneten an der Tafel befestigt, was überraschend gut funktioniert hat. Ich habe täglich geschaut, ob es runtergefallen ist, aber es hat gut gehalten!
Danke Hannah, für deine Mühe und das tolle Gespräch!
~ Jonah aus Frankfurt ~
Wunderbar! Vielen Dank für dein Engagement bei den Betriebsratswahlen. Die Arbeit im Betriebsrat ist nicht nur ein Ehrenamt, dass Zeit und manchmal gute Nerven fordert, sondern auch ein wichtiger Baustein für den Erfolg eines Unternehmens! Danke für die Mithilfe!!