Titel: Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders
Autor: Patrick Süskind
Preis: 14,00€
Erscheinungsdatum: 26. Februar 1985
Seitenzahl: 336 S.
ISBN: 978-3-257-22800-7
Verlag: Diogenes
Klappentext
Im achtzehnten Jahrhundert lebte in Frankreich ein Mann, der zu den genialsten und abscheulichsten Gestalten dieser an genialen und abscheulichen Gestalten nicht armen Epoche gehörte. Die spannende Geschichte – märchenhaft, witzig und zugleich fürchterlich…
Rezension
Der Duft des Menschen. Ein bizarres Konzept, die Definition von einzigartig und eine Idee, welche vielen nicht bewusst ist. Jede Person hat ihren eigenen Geruch, wirkt anders auf unterschiedliche Menschen und wird individuell wahrgenommen. In diesem Klassiker wird dieses Konzept auf ein beinahe übernatürliches Podest erhoben, unter die Lupe genommen und so weit verdreht, dass es gleichzeitig verstörend wie auch tiefst faszinierend ist.
In Das Parfum von Patrick Süskind werden grafische, gewalttätige Aktion in ein Seidentuch von wunderschöner Illusion verwickelt, als sich ein junger, unscheinbarer Mann dazu entscheidet, seine soziale Unsichtbarkeit zu seinem Nutzen zu verwenden. Seinen übernatürlichen Geruchssinn ausbadend macht er sich auf und sucht einen Parfümeur auf, um sich von ihm lehren zu lassen und letztendlich seinen eigenen, schrecklichen Zielen zu widmen. Diese bestehen aus einer ganz wichtigen Frage: Kann man aus den Düften von Menschen eine physische Essenz schaffen? Jean Baptiste Grenouille huscht über die Straßen Paris im 18. Jahrhundert, sucht wunderschöne Frauen auf, nur um sie seinem grässlichen Traum zu opfern. Eine banale, gar fantastische Idee mit einer gewalttätigen und humanen Umsetzung in der grässlichsten Art und Weise, begleitet von technischen Details und wunderbarem, fesselnden Charme.
Mich hat das Buch sehr gepackt, als ich es zum ersten Mal gelesen habe und jetzt, fünf Durchgänge später, finde ich es weiterhin faszinierend und zur selben Zeit abartig. Es ist ein Klassiker, der einem wirklich im Kopf bleibt. Nicht nur wegen der brillanten Idee oder wunderbaren Schreibweise, aber auch wegen der offensichtlichen Schrecklichkeit, die wunderbar hervorgehoben wird, ohne jemals ins klischeehafte oder überflüssige zu rutschen. Der Hauptcharakter ist ein ekelhafter Mensch, aber sein Gewissen ist so brillant, dass seine unschönen Handlungen plötzlich ein ganz poetisches Flair mit sich tragen. Wer dieses Buch seit den 31 Jahren, in welchen veröffentlicht wurde, noch nicht gelesen hat, muss es dringend tun. Es ist ein Meisterwerk von Poesie und Horror in einer Art und Weise, wie man es gar nicht kennt, geschweige denn erwartet.
~Jonah aus Frankfurt~
