VIP-Einladung für Mediacampus-Schüler:innen
Zu Beginn meines letzten Schulblocks bei dem Mediacampus Frankfurt haben wir erfahren, dass wir an einer Verlosung teilnehmen können, um Eintrittskarten für die Eröffnungsfeier der Buchmesse zu gewinnen. Ein paar Tage später waren wir angenehm überrascht, als wir erfuhren, dass sich so viele Leute angemeldet hatten, dass der Börsenverein kurzerhand beschloss, alle Angemeldeten zur Eröffnungsfeier einzuladen. Am Dienstag wurden wir daher von der letzten Unterrichtseinheit des Tages befreit. Wir zogen unsere schicksten Outfits für die Eröffnungsfeier an und machten uns auf den Weg zum Congress Center Messe Frankfurt.
Von all den Reden des Abends kann ich leider nur einige wenige Eindrücke wiedergeben, da es so viele waren und der Platz im Blog begrenzt ist.
Nachdem alle in den Saal geführt worden waren und ihre Plätze eingenommen hatten, betrat der Chor „Philippinische Madrigal Singers“ die Bühne. Zu Beginn sang eine einzige Dame im traditionellen Gewand, das mit vielen winzigen Silberglocken bestickt war, ein Chant. Nach und nach kamen die anderen Sänger:innen dazu, bis sich der Chor schließlich zu einer 16-stimmigen Aufführung steigerte. Mit auf der Bühne war DJ Tim Roth, der später Samples aus der Live-Aufführung remixte und mit Theremin und ätherischen Beats versah, um die traditionelle Darbietung live in etwas Neues zu verwandeln.
Danach kamen drei philippinische Dichterinnen aus drei verschiedenen Generationen auf die Bühne: Merlie M. Alunan, Mookie Katigbak-Lacuesta und Marjorie Evasco. Sie hielten eine sehr schöne poetische Rede über Heimat, darüber, was es bedeuten kann, ein Zuhause zu haben, und darüber, wie der Mensch durch Sprache seine Fantasie ausdrücken kann. Sie trugen ihre Gedichte in ihrer Originalsprache vor, während die Übersetzung als „Untertitel“ auf die Bühnenbild-Displays projiziert wurde. Es war für mich jedes Mal ein sehr bewegender Moment, wenn sie auf der Bühne waren. Sie hatten mehrere Auftritte zwischen den politischen Reden und es war jedes Mal ein Vergnügen.

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Jürgen Boos (Direktor der Frankfurter Buchmesse) begrüßte die Gäste und hob besonders die jungen Talente der Buchbranche hervor. Er scherzte darüber, dass zum ersten Mal ein DJ bei der Eröffnung auftrat.
Mike Josef (Oberbürgermeister Frankfurt) sprach über das 100-jährige Jubiläum des Projekts Neues Frankfurt. Seine Rede war eine kleine Liebeserklärung an die internationale Stadt Frankfurt und ihre Rolle als Gastgeberin der Buchmesse.
Armin Schwarz (Hessischer Kultusminister) betonte die Bedeutung von Demokratie und Freiheit, die bereits in der Schulzeit erlebbar seien. Seine persönliche Rede hob das gemeinsame Gestalten der Zukunft durch Schüler aller Hintergründe hervor.
Dr. Wolfram Weimer (Staatsminister für Kultur und Medien) hat die Wichtigkeit der Buchbranche unterstrichen und die Kreativität der Menschen im Gegensatz zu KI hervorgehoben. Er hat das nicht-konsensuale Datenmining der größten KI-Modelle als eine Form des digitalen Kolonialismus deklariert, der der Kreativität der Menschen beraubt und ausbeutet, so wie es die Kolonialmächte in den „eroberten“ Ländern über Jahrhunderte hinweg getan haben. In Verbindung mit den Philippinen, einer ehemaligen spanischen Kolonie, ist dies meiner Meinung nach eine sehr gelungene Metapher.
„The imagination peoples the air“
Die letzte Rede des Abends hielt Loren Legarda, Senatorin der Republik der Philippinen. Sie hat eine Kurzfassung der Geschichte von Jose Rizal, dem philippinischen Nationalhelden, erzählt. Er schrieb das Buch, das die philippinische Unabhängigkeitsbewegung inspiriert hat, während seines Medizinstudiums an der Universität Heidelberg. Dieses Buch hat ein Land inspiriert, das eigene Wohl in die eigenen Hände zu nehmen, und war der Anfang einer neuen Ära, in der die befreite Bevölkerung ihr eigenes Schicksal bestimmen und ihre eigene kulturelle Identität wieder frei entfalten konnte. „Fantasie beseelt die Luft“ – so lautet das diesjährige Motto der Messe, das von Rizals Werk inspiriert ist.
Karin Schmidt-Friderichs, die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, hat keine Rede gehalten, sondern die Buchmesse lediglich für eröffnet erklärt. Es war aber nett, sie in echt zu sehen.

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Zum Schluss ist der Chor „Philippinische Madrigal Singers” erneut aufgetreten, diesmal mit mehreren Perkussionsspielern. Es gab einen kleinen Sektempfang und Zeit für Bilder auf dem Roten Teppich, bevor sich die Menschenmenge in Richtung Philippinen-Pavillon bewegte. Im Ehrengast-Pavillon konnten wir als Allererste die vielen „Inseln“ des Pavillons erkunden. Natürlich gab es dazu Häppchen und Getränke: Fleischspieße, Tofusalat, Mango-Tapioka-Pudding u.a.
Es war allersamt ein sehr schöner Abend, den ich empfehlen kann.
Links der von Interesse sein Können Der Ehrengast 2025: Die Philippinen | Frankfurter Buchmesse
100 Jahre Neues Frankfurt | Stadt Frankfurt am Main
~Scarlett aus Frankfurt~